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Aktuell

BIM

20.2.2016

BIM ist der Podcast für Performances des Palais des Beaux Arts. Performances von Künstler_innen aus der ganzen Welt werden vor dem Palais des Beaux Arts Wien mit einer speziellen Technik aufgenommen. Episode 10: Claire Tolan sieht ASMR als Möglichkeit, die aus komplexen globalen Systemen entstehenden Ängste strategisch zu adressieren. Perfekt für einen Spaziergang durch die frisch gemalten Ruinen der Wiener Belle Époque.
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Fabian Faltin:
Terrestrum`Navis&~ff$&.
Internetis.museeiis//20116

5.2.—15.05.2016

Unser derzeitiges Verhältnis zum Internet ist gezeichnet von den Schreckgespenstern der Informationsüberflutung, obskurer subkultureller Strömungen, sowie der Geheimhaltung, Überwachung und purer Macht. Das spiegelt sich in der „Post-Internet Art“ wieder, die sich Teils im apokalyptischen Gestus, Teils in vorauseilendem Gehorsam übt – das Internet gerät hier zum durch und durch darwinistischen Datendschungel, in dem neoliberale Agenden, glatte digitale Oberflächen, Pornographie und neo-exotische Folklore tonangebend sind. Daraus resultiert eine post-kritische Indifferenz, die sich zwischen den Extremszenarien eines kultisch-religiösen Revivals und einer algorithmischen, post-humanen Maschinenwelt bequem eingependelt hat.

Das Forschungsprojekt „Terrestrum`Navis&~ff$&.Internetis.museeiis//20116” verschaltet diese post-digitalen Attitüden direkt mit jenem heroischen Entdeckergeist, der einst die Bemühungen des westlichen Menschens um Erkenntnis und Wissenszuwachs prägte. Mit verweis auf die historische Bedeutung von Schiffen, U-Booten und Raumschiffen, sowie das goldene Zeitalter des Buchdrucks, der Bibliotheken und Museen (1750 bis 1900), werden die elektronischen Archive und digitalen Netzwerke der Gegenwart in einen größeren geschichtlichen Zusammenhang gestellt, für den Forschung, Navigation, Entdeckungsreisen, Sammlung, Speicherung, Musealisierung, Wissenschaft und letztlich auch Aufklärung maßgeblich waren.

Als spekulatives Forschungsergebnis wurde
ein Essay veröffentlicht, der zugleich museologisches Manifest, Science-Fiction und Bauplan für die post-digitale Kunstinstitution ist. Zugleich nimmt eine vor Ort abrufbare Videoarbeit direkt auf die Architektur des Palais des Beaux Arts Bezug. Die reichhaltigen floralen Ornamente und der globenförmige, orbitale Raumeindruck werden hier mit trockenen museologischen Spekulationen unterlegt, und bruchstückhafte, selbstreferentielle Dialoge aus der Jetztzeit mit dem einstmals vorwärtsblickende, optimistischen Elan des Wiener Jugendstils vermischt.
fabianfaltin.com

SANKE OF NORWAY

12.11.2015—15.01.2016
Während Künstler bereits seit langem die Bildsprache der Unternehmenskommunikation untersuchen, und Unternehmen Künstler beauftragen um ihre Produkte aufzuwerten, wurde noch nie zuvor einem Unternehmen gestattet selbst als Künstler zu agieren. Nach seiner Metamorphose von High-End Mode-Verlagshaus zu proto-institutionellem Konstrukt ist der Palais des Beaux Arts der perfekte Ort um die Entstehung einer tieferen Beziehung zwischen Luxus, Mode und künstlerischer Produktion zu ermöglichen.

Vorgestellt wird die avant-luxury Marke SANKE, benannt nach dem norwegischen Wort für "sammeln". SANKE bietet Gesundheit, Schönheit und Lebendigkeit. Die einzigartigen Luxusartikel dieses Unternehmens werden nach saisonaler Verfügbarkeit gesammelt und durch Handarbeit nach handwerklichen Traditionen gefertigt. Durch die Wiederbelebung evolutionärer Grundsätze der Gesundheit, versorgt SANKE den Körper mit dem, was er schon immer benötigt hat und bietet seinen Kunden die Gelegenheit das Leben so zu erfahren wie es sein sollte.

Die Premiere der neuen Bewegtbild-Kampagne von SANKE findet im Palais des Beaux Arts statt. Als Hybrid aus Kunstvideo und Werbung, zeigt das Video den avant-luxuriösen Lebensstil von SANKE. Mit Produkten, welche uraltes Wissen mit hochmoderner Wissenschaft kombinieren, wird wahrer Luxus kreiert, welcher sich sowohl neu, als auch sofort vertraut anfühlen wird. Das Video zeigt aktuelle Produkte und neue Veröffentlichungen, mit der Betonung auf natürliche Schönheit. Das zentrale Ziel ist nicht einfach nur Zuneigung gegenüber den Produkten des Unternehmens zu schaffen, sondern eine neue Verbindung mit der Natur und den Mustern des körperlichen Verlangens, welche durch Evolution gebildet wurden, zu eröffnen.
sankeofnorway.com

Photographie: Siv Dolmen

Enrico Zago: Totem

21.8.—25.10.2015
Enrico Zagos “Totem” versucht unser Verständis der aussergewöhnlichen Jugendstil Fassade des Palais des Beaux Arts neu zu konfigurieren. Die Symbole und Muster sind nicht nur als Dekor und Prunk zu verstehen, sondern können als Andeutungen von sich verändernden Bedeutungen und Überzeugungen gelesen werden. Sein "Totem" ist eine dreidimensionale Assemblage aus abstrahierten historischen Elementen, die mit neuesten Designwerkzeugen nachdempfunden wurden. Die Verschiebung der räumlichen Dimensionen und die Überlagerung des belle époque Ornaments lassen eine neue Form entstehen, die uns eine andere Perspektive auf das Exterieur der Stadt erlaubt: es nicht nicht nur als ein Relikt der Vergangenheit zu sehen, sondern als eine zeitlose Projektionsfläche unserer Zukunft.
oozingrace.tumblr.com

Rosemary Lee: Artifacts

12.6.—18.8.2015
Dead pixels, moiré patterns, distortion, and other digital aberrations are source material through which to explore the incongruencies between data and the material substrate of digital representation. It is an exploration of the gap between the properties of digital objects and their display via apparatus, revealing anomalies and glitches, particles and bits in the textures of electronic artifacts. Closely examining parallels between the basic units of digital images and those of matter, cubic pixels and digital crystalline structures offer a shift of scale as well as giving a nod to media geology. Artifacts is a compilation of specimens which blur the lines between geological sample and digital anomaly.
www.rosemary-lee.com

Pussykrew: Metaballs

6.11.2014–15.1.2015
It’s 2014 and we’ve arrived in an interesting place: everything is digital. The old dualisms of digital/analog and material/virtual are null and void. The digitisation of everything preceding this era is well underway or already complete. To be looking for something thats purely “analogue", something with no influence of computational efforts, is like looking for a unicorn, that as we all know do exist, but are very rare. This is the new normal, we call this the post-digital age. Surely we have not arrived here having solved all prior problems, but aren’t we all excited to also solve any new difficulties this creates?

Ewelina Aleksandrowicz and Andrzej Wojtas “Metaballs" indicate a new specific issue of these times: how do we differentiate post-digital aesthetic experiences and our ambivalent physical relation to them? Contemporary computer interfaces seemingly allow us to touch everything, but any approach stops at the invisible barrier of the screen. Tangible interfaces are still mostly media lab vapour ware and they solely aim at replacing the sensorial system with which we read concrete information. Pussykrews Metaballs allow us to imagine that, at least very briefly, not only touching the surreal surfaces of these objects is within our reach, but that we also can wrap our arms around these shapes created by freezing a particular moment of a digital fluid simulation. They casually introduce a new dichotomy to differentiate objects and our experiences with them in the post digital age: they allow us to imagine that a streamable experience is now a grabbable object of our desire for aesthetic experiences.
www.niochnioszki.net

Joe Hamilton: Appraisal

17.7.–5.10.2014
In Joe Hamiltons erstem Werk für den öffentlichen Raum setzt er sich direkt dem lokalen kunsthistorischen Kontext aus. Aus digitalisierten historischen Oberflächen entwirft er für das Palais des Beaux Arts eine Serie von spezifischen Raum- und Bildentwürfen. Um die gesamte Ausstellung sehen zu können muss der Besucher Arbeit um Arbeit positiv oder negativ bewerten, das Interface dazu erinnert an die Online Dating App Tinder. Damit provoziert Hamilton eine umgehende Quantifizierung der Rezeption seiner Kunst und erlaubt der auftraggebenden Institution, Wahrnehmungspräferenzen mittels der gesammelten Daten zu analysieren. Die Vereinfachung komplexer kultureller Gesten steht dabei Hamiltons Prozess der Bildproduktion gegenüber. Seine Werke sind dichte Überlagerungen von Referenzebenen aus Architektur, Malerei und Natur. Aus diesen entwirft er Abbildungen immaterieller, hyper-konnektiver Raumkonzepte wie sie nur in unseren vernetzten Gesellschaften vorstellbar sind.
www.joehamilton.info

Museum of Internet: Object

17.4.–22.6.2014
Für die Wiedereröffnung des Palais des Beaux Arts erstellte das Museum of Internet eine Sammlung von Bildern und schuf daraus eine Website, welche die Repräsentation von Artefakten in hyperkonnektiv-medialen und authoritativ-institutionellen Kontexten untersucht.

"Object is a webpage connecting different objects together by means of highlighting their statuses and contextualization. The artwork is presented by Museum of Internet, a museum focused on collecting and sharing images that make the internet awesome."

museumofinter.net

Geschichte

Charles-Antoine Delanglard hatte eine ebenso einfache wie zündende Idee. Er stülpte die Weltkugel um und machte sie in ihrem Innenraum begehbar. Dort, auf einer Plattform, konnten nun wissensdurstige Besucher der neuen Pariser Sehenswürdigkeit ihre Blicke über den Pazifik schweifen lassen, über St. Petersburg, die Sahara und Sansibar. Das Georama, so nannte der ideenreiche Finanzbeamte seine Erfindung, ermöglichte die vollständige Rundumbetrachtung der Erde - in einer Perspektive, die der allseits bekannte Globus nicht bieten konnte.

Delanglard hatte sein auf einem Grundstück zwischen Rue de la Paix und Boulevard des Capucines angesiedeltes Georama im Mai 1825 eröffnet. Knapp achtzig Jahre später thronten zwei riesige, offen gestaltete und vergoldete Weltkugeln auf einem Neubau in der Wiener Löwengasse, auf einem palastartigen Eckhaus, dessen Bedeutung unmittelbar mit der Seine-Metropole in Zusammenhang steht. Die von schwarz behandschuhten Frauenfiguren getragenen Globen verwiesen auf die internationale Tätigkeit des Bauherrn und wurden korrespondierend begleitet von Fassadenaufschriften wie „London” oder „New York”, die sich an Erkern und Balkonen des reich geschmückten Bauwerks befanden. Über dem Eingangsbereich des Verlagsgebäudes - denn um ein solches handelte es sich - war stolz „Palais des Beaux Arts” in die Mauern eingemeisselt.

Et c'est Paris bonjour

Arnold Bachwitz, geboren 1854, jener Mann, der dieses bemerkenswerte Gebäude in Auftrag gegeben hatte, war einst aus dem sächsischen Halle an der Saale nach Wien gekommen. Sehr an Mode interessiert, eröffnete er ein Atelier für diesbezügliche Zeichnungen am Hohen Markt und begab sich schon bald regelmäßig nach Paris, um dort Präsentationen zu besuchen. Bachwitz muss über ein extrem gutes Gespür für kommende Trends verfügt haben, denn das Geschäft im gründerzeitlichen Wien, der rasant anwachsenden Hauptstadt der Donaumonarchie, florierte bestens. Daher also der Neubau in der Löwengasse - man benötigte Platz für die Produktion der von Bachwitz so benannten „Chic Parisien”-Modealben und wünschte großzügig gestaltete Räumlichkeiten.

Hans Canon und die Koloristinnen

„Wie soll denn das Gebäude aussehen?”, fragten die damit befassten Architekten, das viel beschäftigte Brüderpaar Anton und Josef Drexler. „Großartig!” erklärte Bachwitz, ein enthusiastischer Auftraggeber. „Wie in Paris! Und ein bissel romantisierend!” So geschah es denn auch. In der von ihm geschaffenen französischen Enklave nahe am Donaukanal waren nun hunderte Menschen beschäftigt. Es gab sorgsam arbeitende Koloristinnen - jedes Heft war handkoloriert. Es gab, siehe die schon erwähnten Erkeraufschriften, die fleissig telefonierenden Mitarbeiter der Exportabteilung - sie holten bei den in London oder New York ansässigen Generalvertretern der Bachwitz’schen Produkte laufend Informationen über den Absatz der Hefte ein und nahmen Bestellungen auf. Im obersten Stockwerk, in Räumlichkeiten, die an die Innenhöfe grenzten, wurden in lichtdurchfluteten Ateliers jene Blusen, Kleider und Mäntel entworfen, die danach als Zeichnungen und Schnittmuster sowohl die Dame von Welt als auch viele Wiener Schneidereien entzückten. Im an der Löwengasse gelegenen Souterrain befand sich über viele Jahre die Druckerei, in jenem an der Paracelsusgasse die Garage, wo auch Arnold Bachwitz selbst sein Auto parkte. Die Wohnung des Verlegers und seiner Familie war im ersten Stock, über dem Schriftzug des Palais, und die Straßenfront des letzten Stockwerks beherbergte wiederum eine täglich geöffnete, für jedermann zugängliche Galerie u. a. mit Werken von Canon, Charlemont, Darnaut, Gauermann sowie Moritz von Schwind, die zum Verkauf standen. Arnold Bachwitz war zudem, was hier ebenfalls erwähnt werden soll, ein Stifter des Künstlerhauses.

Moderne Welt und Diaspora

Wie im Pariser Georama befanden sich Bachwitz und seine Mitarbeiter also in gewisser Weise im Inneren der Weltkugel(n). Es mutet daher kaum überraschend an, dass hier, in diesem Gebäude, ab 1919, auch eine auf Kunst, Literatur, Reportagen sowie, natürlich, Mode fokussierte Zeitschrift namens „Die moderne Welt” produziert wurde. Deren Redaktion war teilweise sehr illuster: Raoul Auernheimer etwa schrieb dort und auch Ea von Allesch. Letztere ging in die Geschichte ein als Geliebte und Muse des Schriftstellers Hermann Broch, der sie bekanntlich oft aus der Redaktion abholte. Doch die Wienerin, die Jahre zuvor von Gustav Klimt mit „Wasserschlangen II” porträtiert wurde, war auch und vor allem vielseitig interessiert sowie unabhängig, eine hart arbeitende Frau, die sich keinesfalls als Anhängsel zufrieden geben wollte.

Wir wissen allerdings (noch) nicht, ob sie ebenfalls, wie so viele andere Mitarbeiter der Firma Bachwitz - und auch der Verleger selbst -, das vis-à-vis gelegene Café Lovrana besuchte (andere nippten bevorzugt im gleichfalls nahen Café Zartl an Melange und Espresso - es war, wie so oft, eine Glaubenssache). Das nach einem Badeort nahe Abbazia/Opatija benannte Kaffeehaus an der Ecke Löwengasse 36/Rudolf-von-Alt-Platz 1 jedenfalls entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem pulsierenden Treffpunkt von Personen mit unterschiedlichsten Interessensgebieten. So dienten die Räumlichkeiten unter anderem der Sektion Landstraße des Zionistischen Landesverbandes Österreich als Versammlungsort - ihre Mitglieder, die den in der Diaspora verfolgten Juden in Palästina eine neue Heimat geben wollten, blickten aus den Fenstern des Cafés auf die Weltkugeln des Verlagsgebäudes.

Musil und der Mittelpunkt Europas

„Man saß im Mittelpunkt Europas, wo die alten Weltachsen sich schneiden”, erklärte Robert Musil in seinem „Mann ohne Eigenschaften” - ein Satz, der „Kakanien” beschreiben sollte, sich aber auch auf das Palais des Beaux Arts anwenden lässt. Musil selbst kannte das Gebäude und seinen einige Jahre später errichteten Annex in der Paracelsusgasse 9 sehr gut. Zum einen war er natürlich mit Ea von Allesch befreundet. Zum anderen wohnte er in unmittelbarer Nähe, nur die Rasumofskygasse musste einige Meter hinabgeschritten werden, und schrieb dort an jenem Roman, der zu den einflussreichsten der literarischen Moderne zählen würde. Eine Straße weiter, in der Kundmanngasse, von Musil bloß durch das Palais Rasumofsky und das Landstrasser Gymnasium getrennt, errichtete Ludwig Wittgenstein 1926-1928 gemeinsam mit dem Loos-Schüler Paul Engelmann für seine Schwester Margarethe Stonborough ein Haus, zu dessen verblüffendsten Aspekten, wie Bernhard Leitner notierte, die „Ästhetik der Schwerelosigkeit” zählt. „Die Welt zerfällt in Tatsachen”, hatte Wittgenstein in seinem „Tractatus logico-philosophicus” deklariert.

1908 und 1938

Während sich das nahe Wittgenstein-Haus, in dem auch die Mitglieder des „Wiener Kreises” häufig Treffen abhielten, auf dem ehemaligen Grundstück einer Gärtnerei befindet, breiten sich die Häusergruppen rund um das Palais des Beaux Arts zu großen Teilen auf jenem Gelände aus, das einst der britischen Firma Clayton & Shuttleworth als Produktionsstätte diente. Bis zur Marxergasse bzw. Kegelgasse hatte sich die Anlage dieses erfolgreichen Unternehmens erstreckt, das landwirtschaftliche Geräte erzeugte und Filialen in Budapest, Prag, Lemberg sowie Czernowitz unterhalten hatte. Nachdem das von Heimito von Doderer in den „Wasserfällen von Slunj” verewigte Unternehmen um 1905 nach Floridsdorf übersiedelt war, hatte man das gesamte Viertel neu gestaltet. Das Palais des Beaux Arts war 1908-1909 errichtet worden, der Anbau in der Paracelsusgasse 1912; für sich selbst entwarfen die Brüder Drexler das Eckhaus Löwengasse 34/Rudolf-von-Alt-Platz 7 als neues Quartier. Arnold Bachwitz, der von Nachkommen ehemaliger Angestellter als großzügiger und ungemein netter Chef beschrieben wird, lebte und arbeitete nun im Palais des Beaux Arts bis zu seinem Tod im Jahr 1930; in den folgenden Jahren lag die Leitung des Unternehmens in den Händen von Familienmitgliedern, die Gemäldeausstellung im letzten Stock allerdings wurde geschlossen. Mit dem „Anschluss” 1938 kam die Katastrophe: Rosine Bachwitz, Arnolds Witwe, wurde im Holocaust ermordet, ebenso seine Tochter Alice Strel. Grete Lebach, eine weitere Tochter, die als erfolgreiche Geschäftsfrau in Berlin reüssiert hatte und als enge Freundin von Albert Einstein in die Wissenschaftsgeschichte einging, starb im August 1938 unter unwürdigen Zuständen im Wiener Rothschildspital. Der Verlag selbst wie auch das Gebäude wurde „arisiert”, danach wurde hier im 2. Weltkrieg eine Stabstelle des NS-Luftgaukommandos untergebracht. Margarethe Stonborough-Wittgenstein war zu diesem Zeitpunkt längst schon ins Exil geflüchtet. Robert Musil, der einstige „Nachbar”, ebenfalls. Auf Wikipedia kann man die Details zu ihnen nachlesen. Und auch den Eintrag zum Palais des Beaux Arts studieren. Dort, auf dieser kollaborativen Plattform, deren Logo eine Weltkugel darstellt.

Unterstützer

S+B Gruppe AG
Antiquariat Schleifer, Löwengasse 36